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Corporate Volunteering: Wie Non-Profits ihre Aufwände kalkulieren können

Kooperationen zwischen Non-Profits und Unternehmen wollen gut überlegt und kalkuliert sein | Foto: Alexander Stein auf Pixabay

Die Kooperation mit einem Unternehmen kann für Non-Profits sehr lohnend sein. Vorausgesetzt, die Organisation weiß, welche Aufwände ihr selbst entstehen. Wir klären auf.

Das Wichtigste vorweg: Für die Planung einer Corporate-Volunteering-Maßnahme bzw. einer Unternehmenskooperation gibt es keine Blaupause. Jede Kooperation ist anders, und jede Kooperation fußt auf anderen Voraussetzungen.

Die folgende Übersicht ist daher lediglich als Anregung zu verstehen; sie ist weder vollständig noch ist sie auf jeden Anlass übertragbar. Bei kleinen, überschaubaren Corporate-Volunteering-Maßnahmen kommen deutlich weniger der aufgeführten Kriterien zum Tragen als bei langfristig angelegten und ressourcenstarken Kooperationen.

Die Liste ist geeignet, um einen ersten Eindruck zu gewinnen, welche Aufwände Pi mal Daumen lauern.

Wann immer Abstimmungen mit dem Unternehmen nötig sind, erhöhen sich auch die Aufwände. Weil Feedbacks berücksichtigt werden müssen oder es schlicht länger dauert, bis eine finale Entscheidung getroffen wird – und auch Wartezeit gelegentlich Aufwände verursacht ... 

Corporate Volunteering: Diese Aufwände sollten einkalkuliert werden

Eurer Organisation entstehen allerhand Zeit- und Sachkosten für ...

  • allgemeine Projektadministration, mithin eine Person, die das Thema zu ihrem Thema macht und alle Aktivitäten orchestriert, regelmäßig verfolgt etc. 
  • Recherche potenzieller Corporate-Volunteering-Partner*innen
  • Erstellen geeigneter und ansprechender (!) Pitch-Unterlagen o.Ä., die euer Alleinstellungsmerkmal betonen
  • konkrete Ansprache potenzieller Unternehmenspartner*innen und ggf. regelmäßiges Nachfassen 
  • Kennenlern- und Anbahnungsgespräche, ggf. in verschiedenen Zusammensetzungen und über einen längeren Zeitraum hinweg 
  • Erstellen zusätzlicher Unterlagen, die das Unternehmen für interne Entscheidungsprozesse benötigt und die gegebenenfalls zeitnah produziert und individuell angepasst werden müssen (in Abstimmung mit dem Unternehmen)
  • Ausarbeiten strategischer Ziele einer Corporate-Volunteering-Maßnahme, ggf. in mehreren Schleifen, sowie Ableiten einzelner Etappen und Einzelmaßnahmen (in Abstimmung mit dem Unternehmen)
  • Erarbeiten von Indikatoren, um den Grad der Zielerreichung prüfen zu können (in Abstimmung mit dem Unternehmen) 
  • Ausarbeiten eines Zeitplanes und einer Gesamtkalkulation, zuzüglich Abstimmungs- und Anpassungsschleifen (in Abstimmung mit dem Unternehmen)
  • Klärung von Rollen und Zuständigkeiten (in Abstimmung mit dem Unternehmen) – Achtung, das kann sehr zeitintensiv werden!
  • Klärung von Entscheidungswegen (in Abstimmung mit dem Unternehmen)
  • Koordination aller Beteiligten, organisationsintern und ggf. aufseiten des Unternehmens  
  • Einbinden wichtiger Stakeholder, aufseiten der Organisation und ggf. aufseiten des Unternehmens
  • regelmäßiges Monitoring & Controlling samt regelmäßiger Projektupdates aller Beteiligten 
  • Erstellen von Briefings
  • Durchführen der Maßnahme an sich, einschließlich Planung und Befähigung der eigenen Mitarbeiter*innen wie auch der Volunteers, die ggf. dauerhaft angeleitet und begleitet werden müssen, sowie Nachbereitung der Maßnahme (in Abstimmung mit dem Unternehmen)
  • regelmäßige Lern-, Austausch- und Feedbackrunden, sowohl intern als auch mit extern, sowohl bilateral als auch auf Team- oder Gesamtebene (je nach Anzahl der Beteiligten der Corporate-Volunteering-Maßnahme)
  • Übersetzen der Ergebnisse aus Lern-, Austausch- und Feedbackrunden in neue Prozesse und veränderte Handlungsweisen (in Abstimmung mit dem Unternehmen)
  • Dokumentationen von Gesprächsergebnissen, Resultaten, Feedbacks etc. (in Abstimmung mit dem Unternehmen)
  • Wirkungsanalyse der Maßnahme, einschließlich beispielsweise einer Befragung der Beteiligten zum Zwecke der Auswertung und Wirkungsmessung der Corporate-Volunteering-Maßnahme (in Abstimmung mit dem Unternehmen)
  • Reporting (in Abstimmung mit dem Unternehmen)
  • externe Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit, einschließlich der Erstellung von Unterlagen, Presseansprache etc. (in Abstimmung mit dem Unternehmen)
  • Rechtliches, d.h. Ausarbeiten eines Kooperationsvertrags, Absprachen, Versicherungen etc.
  • sonstige Zeit- und Sachkosten für Rechtsberatung, Reisen, Büromaterialien, Versicherungen etc.
  • ggf. Aufwände für Wiederholung und Verstetigung der Maßnahme

  Wie gesagt: Die Übersicht ist weder vollständig noch auf jede Corporate-Volunteering-Maßnahme anwendbar. Aber sie bietet einen guten Überblick darüber, welche Aspekte tendenziell Aufwände verursachen können. Welchen Umfang die Aufwände haben und ob sie wirklich relevant sind, hängt dann von der jeweiligen Maßnahme ab.   

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