Praxistipp

Hallo Zielgruppe! Angebote erfolgreich vermarkten

Gute Marketingmaßnahmen sprechen die Zielgruppe an und sind realistisch geplant | Unsplash, Volodymyr Hryshchenko

Freiwillige gewinnen, Kooperationspartner*innen finden, Wirkung erhöhen, Angebote und Produkte bekannt machen: Es gibt viele Gründe, weshalb sich Marketing für Non-Profits lohnt. Worauf es dabei ankommt, lest ihr hier.

Geeignete Marketingmaßnahmen sprechen die Zielgruppe an, sind sowohl finanziell als auch personell umsetzbar und in ihrer Wirkung nachvollziehbar.

Die folgenden Fragen sind wichtig, um die passende Marketingstrategie zu finden:

  • An welche Zielgruppe wenden wir uns?
  • Welche Bedürfnisse haben diese Personen?
  • Welcher Preis ist für unser Angebot angemessen und erzielbar?
  • Wie können wir unser Angebot attraktiver gestalten, sodass es sich von Wettbewerber*innen oder bisherigen Lösungen positiv abhebt?
  • Wo bieten wir an?
  • Welche Form und Intensität des Marketings ist sinnvoll und realistisch?

Hier findet ihr Vorschläge, wie ihr der Zielgruppe eure Angebote schmackhaft machen und neue Kund*innen gewinnen könnt. 

Klassisches Marketing oder Online-Marketing?

Zum klassischen Marketing gehören neben Visitenkarten, Handzetteln, Flyern, Broschüren und Plakaten auch Fahrzeugbeschriftungen oder Werbeanzeigen in Zeitungen, Publikums- und Fachzeitschriften.

Besonders interessant ist das klassische Marketing, wenn eure Zielgruppe nur teilweise online zu erreichen ist und Plattformen und Portale eher selten nutzt. Der Nachteil: Kurzfristige Änderungen sind bei solchen Marketingmaßnahmen kaum möglich – gedruckt ist gedruckt.

Zu den Marketingmaßnahmen im Onlinebereich zählen zum Beispiel die Suchmaschinenoptimierung, kurz SEO, sowie das Social-Media-Marketing in Form von Postings auf Facebook, LinkedIn & Co. Letztere Postings könnt ihr auch für eine größere Personengruppe sichtbar machen, wenn ihr etwas Geld in die Hand nehmt.

Auch regelmäßiges E-Mail-Marketing per Newsletter hat sich bewährt – zwar müsst ihr dafür etwas Zeit investieren, aber die Wirkung ist beachtlich. Zudem gibt es mittlerweile diverse kostenlose Tools zur Erstellung von Newslettern.

Bei der Suchmaschinenwerbung, auch SEA genannt, erfreut sich Google Ads großer Beliebtheit. Ihr könnt in diesem Google-Werbesystem Anzeigen schalten, die an das Suchverhalten der Google-Nutzer*innen gekoppelt sind. Tipp: Google Ad Grants bietet Non-Profits ein Budget für kostenlose Suchmaschinenwerbung an.

Starterkit fürs Online-Marketing: Website und Social Media

1. Website gestalten
Der Vorteil: Über Inhalte und Gestaltung eures Webauftritts bestimmt ihr ganz allein. Ihr könnt Veränderungen und Aktualisierungen jederzeit vornehmen. Vor allem seid ihr unabhängig von den Reglements anderer Kanäle, Portale und Plattformen. Eine übersichtliche Struktur, unkomplizierte Sätze, durch Absätze aufgelockerte Textabschnitte mit Zwischenüberschriften und ein ansprechendes Design zeichnen nutzerfreundliche Webauftritte aus.

Bei Beachtung der SEO-Grundregeln werdet ihr gut über Suchmaschinen gefunden. Mit Analyse- und Trackingtools wie Google Analytics oder der kostenlosen Open-Source-Plattform Matomo sammelt und analysiert ihr die Nutzerdaten eures Webauftritts. So könnt ihr mit euren Inhalten besser auf die Wünsche und Bedürfnisse eurer Zielgruppe eingehen und Streuverluste reduzieren.

Ob ihr euch zur Erstellung eures Webauftritts selbst in eines der gängigsten Content-Management-Systeme wie zum Beispiel WordPress einarbeitet, ein Baukastensystem nutzt oder lieber auf eine Agentur oder Freelancer zurückgreift, bleibt euch überlassen. Vielleicht ist das notwendige Know-how ja bereits bei euren Mitarbeiter*innen vorhanden? Die Entscheidung hängt letztendlich von euren zeitlichen, personellen und finanziellen Ressourcen ab.

2. Social-Media-Marketing starten

Überlegt euch, auf welchen Kanälen eure Zielgruppen unterwegs sind. Privatpersonen nutzen je nach Altersgruppe unter anderem Facebook, Instagram, TikTok und YouTube, Unternehmen oft Netzwerke wie LinkedIn oder Xing.

Wichtig:
Konzentriert euch auf wenige Kanäle, die ihr dann aber regelmäßig mit Inhalten versorgt. Plant eure Kapazitäten so, dass ihr auch spontan auf Anregungen, Kommentare und Kritik aus den Social-Media-Kanälen reagieren könnt.

Aktuell wird in Texten und Kurzvideos gerne das sogenannte Storytelling genutzt, um Menschen anzusprechen und mit ins Boot zu holen. Der Grundgedanke: Bei lebendig erzählten Geschichten, ob wahr oder erfunden, hören Menschen aufmerksamer zu als bei reinen Faktendarstellungen. Storytelling setzt auf Neugier, Fantasie und Emotionen; die Sachinformationen stehen erst an zweiter Stelle.

Praxisbeispiel:
Greenpeace erzählt auf YouTube die "Story of a plastic bottle". Darin wird gezeigt, welche Schäden Plastik in der Umwelt verursacht und welche Alternativen es gibt. Der Videoclip ist anschaulich, leicht verständlich sowie für jeden nachfühlbar – und deshalb so überzeugend.

Mehr Reichweite dank lokaler Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Einige der gängigen Marketingmethoden erscheinen euch zu abgehoben oder sind so nicht machbar? Auch einfacher umzusetzende Maßnahmen vor Ort können gute Erfolge bringen:

  • Informiert die Lokalpresse über euer neues Angebot
    Die Ankündigung, dass es eure Non-Profit oder euer Angebot jetzt gibt, reicht Redakteur*innen in der Regel nicht aus, um einen Artikel darüber zu schreiben. Interesse kommt eher auf, wenn ihr

    - die persönliche Gründungsgeschichte mit Höhen und Tiefen,
    - einen aktuellen Aufhänger,
    - besondere Erfolgserlebnisse anhand konkreter Projekte oder
    - Rührendes und Frustrierendes mit erfolgreichem Ausgang anbieten könnt.
  • Bezieht die örtlichen Strukturen mit ein
    Kauft eure Zielgruppe beim Bäcker oder in der Buchhandlung ein? Dann fragt, ob ihr dort Flyer auslegen dürft.  
  • Nehmt auf Veranstaltungen Kontakt auf
    Manche Zielgruppen erreicht ihr gut auf regionalen Aktionstagen. Auch ein Tag der offenen Tür hat Vorteile: Kund*innen und Presse lieben den Blick hinter die Kulissen.  
  • Sucht nach einem passenden Testimonial
    Findet ihr vielleicht eine bekannte Persönlichkeit, die sich gerne für einen guten Zweck engagiert und mit ihrem Gesicht eure Projekte unterstützt? Wir reden nicht zwingend von bundesweit agierenden Personen – es gibt auch lokale Influencer. 
  • Weitere Möglichkeiten der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    - Macht durch Fachbeiträge in Zeitschriften auf euer Wirken und eure Angebote aufmerksam.
    - Seid auf Messen präsent, besucht Aussteller*innen und Vorträge, präsentiert euch mit einem eigenen Stand.
    - Nutzt YouTube, um mit kurzen Videos eure Vision, Erlebnisse und Angebote zu präsentieren.   

Neue Zielgruppen erschließen – lohnt das?

Nachfrage komplett neu zu erschaffen, gelingt nur in den seltensten Fällen. Empfehlenswerter ist es, Angebote zusammenzustellen, für die bereits ein Bedarf existiert und die Nachfrage direkt zu euch zu lenken. Plant ihr eine Erweiterung eurer Zielgruppe, können Kommentare und Anfragen aus den Social-Media-Kanälen wichtige Informationen liefern:

  • Wer außerhalb der bereits identifizierten Zielgruppe hat Interesse an eurem Angebot?
  •  Besteht bei der Zielgruppe ein Bedarf an zusätzlichen Angeboten?

Angebote erfolgreich vermarkten: Die Mischung macht’s 

Marketing ist für Non-Profits sinnvoll und funktioniert, ohne die eigene Seele zu verkaufen. Das Schalten von Werbeanzeigen ist nur ein Baustein von vielen – oft sogar ein verzichtbarer. Es kommt auf die passende Mischung der Marketingmaßnahmen an. Zögert nicht, eure Angebote ins richtige Licht zu rücken: Schließlich unterstützt ihr mit der Vermarktung eures Portfolios nachhaltige soziale Ziele.

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